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Naturschutz über Grenzen hinaus

Grenzüberschreitender Naturschutz

Die Oder bildet die Grenze zwischen Deutschland und Polen – für die Natur ist sie jedoch keine Grenze. Die Flussaue mit ihren Gewässern, Wiesen, Wäldern und Hängen bildet beiderseits des Stroms einen zusammenhängenden Naturraum. Der Nationalpark Unteres Odertal ist deshalb Teil eines grenzüberschreitenden Schutzgebietsverbunds mit den polnischen Schutzgebieten im Unteren Odertal.

Michael Voigt
Das Zwischenoderland – Natur ohne Grenzen

Auf deutscher Seite grenzt der Nationalpark unmittelbar an den Landschaftsschutzpark Unteres Odertal (Park Krajobrazowy Dolina Dolnej Odry) und den Zehdener Landschaftsschutzpark (Cedynski Park Krajobrazowy). Gemeinsam bilden die Schutzgebiete einen großräumigen Verbund entlang der Oder bis in den Raum Stettin.

Gemeinsam beobachten und schützen

Viele Tiere und Pflanzen nutzen die Landschaft beiderseits der Oder. Vögel wechseln zwischen Brut-, Rast- und Nahrungsgebieten, Fische bewegen sich durch das Flusssystem und auch Lebensräume enden nicht an der Staatsgrenze. Für einen wirksamen Schutz ist deshalb der Austausch zwischen den deutschen und polnischen Schutzgebietsverwaltungen und Fachleuten wichtig.

Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf gemeinsamer Forschung und Monitoring. In deutsch-polnischen Projekten wurden beispielsweise Methoden zur Erfassung und Bewertung von Lebensraumtypen abgestimmt. Auch bei der Beobachtung von Amphibien wie Rotbauchunke und Laubfrosch wurden gemeinsame Ansätze entwickelt. Ziel ist es, den Zustand von Lebensräumen und Arten im gesamten Naturraum vergleichbar zu erfassen und Schutzmaßnahmen besser aufeinander abzustimmen.

Der Internationalpark Unteres Odertal

Der Nationalpark Unteres Odertal ist Teil des grenzüberschreitenden Internationalparks Unteres Odertal. Die Idee eines gemeinsamen Schutzgebiets reicht bis in die Entstehungszeit des Nationalparks zurück und ist auch im Nationalparkgesetz verankert. Dort ist die verstärkte deutsch-polnische Zusammenarbeit in den Bereichen Naturschutz, Umweltinformation und naturnahe Erholung ausdrücklich als Aufgabe festgeschrieben.

Die Zusammenarbeit findet auf unterschiedlichen Ebenen statt: Schutzgebietsverwaltungen, Fachbehörden, Wissenschaft und weitere Partner arbeiten bei Naturschutzfragen und Projekten zusammen. Auch der Deutsch-Polnische Programmrat „Grenzüberschreitender Schutzgebietsverbund Unteres Odertal“ dient dem fachlichen Austausch und der Weiterentwicklung des grenzüberschreitenden Schutzgebietsverbunds.

Eine gemeinsame Perspektive für die Oderlandschaft

Grenzüberschreitender Naturschutz bedeutet, die Oder und ihre Auen als gemeinsamen Naturraum zu betrachten. Unterschiedliche nationale Regelungen und Schutzgebietskategorien bleiben bestehen – gleichzeitig können Erfahrungen, Daten und fachliche Erkenntnisse ausgetauscht und Schutzmaßnahmen aufeinander abgestimmt werden.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist damit ein wichtiger Baustein für den Schutz der besonderen Auenlandschaft des Unteren Odertals – heute und langfristig.

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