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Beobachtungstipps

Natur entdecken – zu jeder Jahreszeit

Das Untere Odertal verändert sein Gesicht im Laufe des Jahres. Im Frühjahr kehren Zugvögel zurück, Wiesen und Trockenrasen beginnen zu blühen und in den Gewässern wird es lebendig. Im Sommer lassen sich Insekten, Amphibien und zahlreiche Vögel beobachten. Im Herbst sammeln sich Kraniche und andere Zugvögel in der Aue, während die Hirschbrunft beginnt. Im Winter wird es ruhiger – und gerade dann kommen besondere Wintergäste wie Singschwäne und nordische Gänse ins Odertal.

Wer aufmerksam unterwegs ist, kann zu jeder Jahreszeit besondere Naturerlebnisse haben. Ein Fernglas gehört dabei ebenso ins Gepäck wie etwas Geduld. Viele Tiere zeigen sich nicht auf den ersten Blick. Manchmal ist ein Ruf im Schilf, eine Bewegung im Wasser oder eine Spur im Schlamm der spannendere Fund.

Frühling – Rückkehr und Neubeginn

März bis Mai

Mit den ersten warmen Tagen wird die Aue wieder lebendig. Zugvögel kehren aus ihren Winterquartieren zurück und beginnen mit Balz und Brut. In den Gewässern sind zahlreiche Wasservögel zu beobachten, während auf den Wiesen die ersten Wiesenbrüter aktiv werden.

Gut zu beobachten: Kiebitz, Bekassine, Rotschenkel und andere Wiesenvögel, Enten und Gänse sowie Kraniche. Mit etwas Glück lassen sich auch Biber oder andere Tiere an den Gewässern entdecken.
Ein besonderes Erlebnis ist der Wachtelkönig. Ab Mitte Mai lassen sich die Männchen vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden durch ihren charakteristischen Ruf wahrnehmen. Die Tiere leben sehr heimlich in hochwüchsigen Wiesen und sind nur selten zu sehen. Im Nationalpark werden ihre Vorkommen deshalb unter anderem über nächtliche Synchronzählungen erfasst.
Auf den trockenen Hängen und Trockenrasen beginnt gleichzeitig die Blütezeit vieler Pflanzenarten. Je nach Witterung können bereits im Frühjahr besondere Pflanzen wie Küchenschelle und Orchideen entdeckt werden.
Sommer – Blüten, Insekten und das Leben im Wasser

Juni bis August

Im Sommer zeigt sich die Vielfalt der Auenlandschaft besonders deutlich. Wiesen stehen in Blüte, Röhrichte und Gewässer sind voller Leben und über den warmen Trockenrasen fliegen Schmetterlinge, Wildbienen und Libellen.

Rehe, Rotwild oder Biber beobachten An sonnigen Tagen lohnt sich ein genauer Blick auf die Pflanzenwelt der Trockenrasen. Auch auf den Wiesen und an den Gewässern gibt es viel zu entdecken. Wer früh am Morgen oder in den Abendstunden unterwegs ist, erlebt die Aue oft besonders ruhig und kann mit etwas Glück Rehe, Rotwild oder Biber beobachten.
Gut zu beobachten: Libellen und Schmetterlinge, Amphibien, Wasservögel, Biber sowie die vielfältige Pflanzenwelt der Wiesen und Trockenrasen.
In der Dämmerung beginnt eine andere Welt: Fledermäuse werden aktiv und jagen über Gewässern, Wiesen und an Waldrändern. Im Nationalpark sind zahlreiche Fledermausarten nachgewiesen, darunter auch die seltene Mopsfledermaus.
Herbst – Kraniche und Hirschbrunft

September bis November

Der Herbst gehört zu den eindrucksvollsten Zeiten für Naturbeobachtungen im Unteren Odertal. Die Aue wird zum Rastplatz für zahlreiche Zugvögel. Besonders auffällig sind die Kraniche, die im Herbst in größeren Trupps auftreten und morgens oder abends über die Landschaft ziehen.

Hirschbrunft Auch die Hirschbrunft fällt in diese Jahreszeit. Vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden sind die Rufe der Rothirsche zu hören. Mit etwas Glück lassen sich die Tiere aus ausreichender Entfernung beobachten.
Gut zu beobachten: Kraniche, Gänse und andere Zugvögel, Rothirsche, Greifvögel und mit etwas Glück Biber und andere Säugetiere.
Vogelbeobachtung Für die Vogelbeobachtung sind die offenen Bereiche der Polder vom Deich aus stehend besonders interessant. Ein Fernglas oder Spektiv ermöglicht Beobachtungen, ohne den Tieren nahe zu kommen. Denn auch bei uns gilt es, auf den Wegen zu bleiben, um der Natur ihren Raum zu lassen.
Winter – Wintergäste in der Aue

Dezember bis Februar

Wenn die Landschaft ruhiger wird, kommen zahlreiche Vögel aus ihren nördlichen Brutgebieten in das Untere Odertal. Besonders charakteristisch sind Singschwäne, die mit ihren trompetenden Rufen auf sich aufmerksam machen. Auch nordische Gänse und andere Wasservögel nutzen die Auenlandschaft als Rast- und Überwinterungsgebiet.
An klaren Wintertagen bieten die offenen Polder gute Möglichkeiten, größere Vogeltrupps zu beobachten. Die kahleren Gehölze erleichtern außerdem den Blick auf Vögel, die im Sommer im dichten Laub verborgen bleiben.
Gut zu beobachten: Singschwäne, Gänse, Enten und andere Wasservögel sowie Greifvögel und mit etwas Glück Säugetiere.

Gut vorbereitet auf Beobachtungstour

Für Naturbeobachtungen braucht es vor allem Zeit und Ruhe. Ein Fernglas, wetterangepasste Kleidung und festes Schuhwerk gehören zur Grundausstattung. Für Vögel lohnt sich ein Spektiv, für Beobachtungen am frühen Morgen oder am Abend eine Taschenlampe mit möglichst wenig Licht.

Bitte bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen und halten Sie ausreichend Abstand zu Tieren. Besonders während der Brut- und Aufzuchtzeit sowie an Rastplätzen können Störungen erhebliche Auswirkungen haben. Tiere sollten weder angelockt noch verfolgt werden. Wer ein Tier entdeckt, beobachtet es am besten ruhig aus der Entfernung.

Die besten Beobachtungen sind oft die, bei denen die Natur selbst entscheidet, was zu sehen ist.

Weitere Informationen über Führungen und Veranstaltungen finden sie auf unserer Veranstaltungsseite.

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